3 Kinder im Gepäck

wie wir zu fünft die Welt entdecken

05Dezember
2018

San Pedro de Atacama und die trockenste Wüste der Erde

In Antofagasta machen wir nur einen kleinen Stopover von 2 Nächten. Wir waschen unsere Klamotten, was nach 4 Wochen bitter nötig ist.

Dann fahren wir weiter in das Hippiedörfchen San Pedro in die Atacamawüste. Eigentlich fahren wir schon die ganze Zeit durch die Wüste. Alles ist trocken und wir gucken in eine endlose beige-braune Weite. Auf der Fahrt nach San Pedro kommen uns nur ein paar LKWs entgegen. 250 km keine Ortschaft geschweige denn eine Tankstelle in Sicht. Es ist Mittagszeit und die Kinder haben Hunger und unser Proviant wurde bereits geplündert. Wenn man mit Kindern lange Autofahrten bewerkstelligen muss, sollte man genug zu Essen dabei haben. Das ist schon die halbe Miete. Dann muss man nur noch hoffen, dass sie eine Zeit lang schlafen und man hat eine einigermaßen entspannte Fahrt. Wir sind schon zufrieden wenn die Kleinste schläft, denn die kann sich im Auto noch nicht selbst beschäftigen. Marisol hört ihre Hörspiele und Marina knetet, malt oder bastelt und wenn mal gar nichts mehr geht dann darf sie auf Mamas Handy Fotos gucken. Mehr Multimedia ist nicht drin.

Nach einer langen, nicht enden wollenden Fahrt erreichen wir San Pedro de Atacama. Unsere Unterkunft liegt etwas ausserhalb, nicht leicht zu finden, dafür aber sehr idyllisch mit Blick auf einen der vielen Vulkane in dieser Gegend. Es ist eine andere Welt hier oben im Norden Chiles. Tagsüber eine erdrückende Hitze, vor der man sich schützen muss sonst verbrennt die Haut. Sobald die Sonne untergeht wird es allerdings kalt und kühlt sich nachts bis auf 6 Grad herunter, so dass eine Wolldecke zum schlafen nötig ist. San Pedro ist eine kleine, grüne Oase inmitten der beige-braunen hügelliegen Wüstenlandschaft. Daneben gibt es in dieser Gegend mehrere Vulkane, Thermalquellen, Geysire und Salzseen. Ein Grund warum wir eine Woche hier oben bleiben. Um Zeit genug zu haben uns ein paar der Highlights anzugucken.

Unseren ersten Tag verbringen wir in San Pedro. Die Häuser sind alle aus Lehm gebaut, was den braunen Farbton der Stadt wiederspiegelt. Wir gehen durch San Pedro, die Sonne brennt. Maia schläft fast den ganzen Tag im Tragesack. Die Hitze und die Höhe machen ihr vermutlich zu schaffen. San Pedro liegt auf 2.500 m. Am Abend hat Maia leichtes Fieber. Wir sind alle etwas schlapp von der Hitze und dem Höhenunterschied. Michi und ich schlafen die erste Nacht kaum, da wir permanent auf Mückenjagd sind. So viele Mücken haben wir schon lange nicht mehr gesehen. Es nimmt kein Ende, die Mücken kommen alle durch das aus Stroh gebaute Dach. Am nächsten Tag basteln wir eine Konstruktion, um unser Mückennetz aufzuhängen und Maia ist wieder fit. Wir fahren ins Puritama Tal und baden in den heissen Thermalquellen, die auf über 3.500 m liegen und 32 Grad warm sind. Auch den größten Salzsee (Salar de Atacama) in dieser Wüste besuchen wir. Wir beobachten rote Flamingos in der türkisgrünen Lagune Chaxa auf diesem riesengroßen Salzsee. Drei verschiedene Flamingoarten gibt es hier, daneben noch einige Vogelarten, die hier überwintern. Wir fahren weiter ins Valle de la Luna (Mondtal), wo es aussieht wie auf dem Mond und bleiben bis zum Sonnenuntergang. Danach heisst es aber schnell wieder zurück zum Auto, denn durch den Wind wird es nach Sonnenuntergang schlagartig kalt. Nach diesen ganzen Highlights legen wir einen Tag Pause ein. Die Kinder machen alles super mit, aber der Höhenunterschied und diese extremen klimatischen Bedingungen müssen auch verarbeitet werden und so gönnen wir uns und den Kindern einen Relaxtag in unserer kleinen Lehmhütte. Die Kinder spielen mit den Nachbarskindern im Graben hinterm Haus und wir trinken Kaffee. Zum Abschluss schwimmen wir noch in einer Lagune im Salzsee und lassen unsere Körper auf dem Wasser treiben. Aufgrund des hohen Salzgehaltes ist ein Untergehen unmöglich. Wir dürfen aber höchstens 45 Minuten im See baden, sonst kann es zu Hautirritationen führen erklärt man uns. Kinder unter 6 dürfen gar nicht in die Salzlagune zum Leidwesen von Marina. Sie bekommt trotzdem ihre Badehose an und darf am Rand im Salzsand spielen. Maia sitzt derweil im Tragegestell und beobachtet alles von aussen. Michi, Marisol und ich gehen also in die Salzlagune. Das Wasser ist kalt, aber wenn man erstmal drin ist geht es und wir lassen uns auf dem Wasser treiben. Das ist schon ein unglaubliches Gefühl. Als wir wieder raus kommen aus der Lagune liegt Marina bäuchlings komplett im Wasser. Auch sie hat jetzt eine Salzkruste am ganzen Körper. Wir duschen uns die dicke Salzkruste von der Haut und keiner hat irgendeinen roten Hautausschlag bekommen. Wieder zurück in unserer Lehmhütte heisst es packen. Unsere Woche in San Pedro ist vorbei und wir fahren morgen früh für 4 Tage in den Nationalpark „Pan de Azúcar“.

unsere HütteUnsere HütteVulkanLehmhütten in San Pedro In San PedroThermalquellen Thermalquellen Puritamas Wer findet Michi :)   Salzlagune CejarLagune CejarLagune Cejar Lagune Cejar   Spielen mit chilenischen Kindern   Valle de la luna Valle de la luna Valle de la luna Sonnenuntergang Valle de la lunaLagune ChaxaLagune ChaxaLagune ChaxaFlamingos auf der Lagune Chaxa          Grüße aus der Wüste